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Anna Scholze / Offenbach Post,
07.03.2017

„Bunt statt Braun“ wehrt sich gegen drohende Diskriminierung

Ein Zeichen gegen intolerante Denkrichtungen setzen. Das ist das erklärte Ziel des im vergangenen Jahr gegründeten Bündnisses „Bunt statt Braun Dietzenbach“, betonen Thilo Hartmann und Tuna Firat. Dabei wollen die beiden, die Teil des fünfköpfigen Sprechergremiums der Initiative sind, ebenso wie Gründervater Horst Schäfer das hohe Wahlergebnis der „Alternative für Deutschland“ (AfD) bei der jüngsten Kommunalwahl lediglich als Auslöser für die Gründung der Vereinigung verstanden sehen. Aufgabe des Bündnisses sei es vielmehr, auf politischer Ebene gleichermaßen gegen Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Homophobie Stellung zu beziehen.

Firat stellt fest: „Der Diskurs um die vielfältige Zusammensetzung unserer Gesellschaft findet etwa in den Sozialen Medien nur noch auf illegitime Weise statt.“ Es sei notwendig, die Debatte um das Thema wieder in eine legitime Richtung zu lenken.

Das soll, so sind sich Schäfer, Firat und Hartmann einig, trotz aller Betroffenheit über die zunehmende Herabwürdigung von Menschen mit einer anderen Hautfarbe, Religion oder sexuellen Neigung, auf einer sachlichen Ebene geschehen. „Wir sind nicht emotionslos, aber wir sind angehalten, unsere Emotionen zurückzuhalten und eine Objektivierung der Geschehnisse vorzunehmen, um die Unbefangenen zu informieren“, sagt Firat.

Von der Verbindung zwischen verschiedenen Parteien, Schulen, Kirchengemeinden und Gremien, die mit „Bunt statt Braun Dietzenbach“ entstanden ist, erhofft sich der Sprecher einen schnelleren Informationsaustausch und eine bessere Handlungsfähigkeit. „Wir wollen die bestehenden Vereine unterstützen und ergänzen, sie aber keinesfalls ersetzen“, sagt Schäfer. Weiterhin soll laut Hartmann mit der Zusammenarbeit der insgesamt 30 Vertreter aus Politik, Kirche und Vereinen der Diskriminierung von verschiedenen Menschen rechtzeitig entgegengewirkt werden.

Um eine größere Reichweite der vorbeugenden Maßnahmen und des Engagements zu erreichen, ist die Dietzenbacher Initiative bereits mit anderen antirassistischen Bündnissen in Kontakt getreten. Dazu gehören beispielsweise das „Netzwerk gegen Diskriminierung Hessen“ sowie „Aufstehen gegen Rassismus“.

In seinem halbjährigen Bestehen hat „Bunt statt Braun“ schon Diverses auf die Beine gestellt. So hat etwa Hartmann, der als Lehrer an der Ernst-Reuter-Schule tätig ist, Schäfer gebeten, am Holocaustgedenktag passend zum Thema eine Lesung für Zehntklässler zu halten. „Ich war erstaunt, mit welchem Interesse die Jugendlichen meinen Vortrag verfolgt haben“, erzählt der Gründervater. Darüber hinaus haben Mitglieder des Bündnisses die Stolpersteinverlegung für Phillip Wurm, an der Horst Schäfer als Mitglied der Initiative „Aktives Gedenken Dietzenbach“ mitgewirkt hat, begleitet. Eine weitere Aktion, an der sich „Bunt statt Braun“ beteiligt hat, war eine Demonstration in Dudenhofen gegen die Aufstellung von Frauke Petry für die AfD bei der kommenden Bundestagswahl.

In den nächsten Monaten ist eine Teilnahme am Treffen aller „Bunt statt Braun“-Bündnisse in Hessen geplant sowie Informationsveranstaltungen zur AfD, zu dem Rechtsruck in Europa und dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump. „Als Erfolg unserer Arbeit könnten wir verbuchen, wenn wir mit und durch die Vereine das konfliktfreie Zusammenleben in Dietzenbach am Leben erhalten“, sagt Hartmann.

www.op-online.de/region/dietzenbach/buendnis-bunt-statt-braun-dietzenbach-setzt-sich-konfliktfreies-zusammenleben-7515024.html