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24.11.2016 | 1/16

Tuna Firat wird Direktkandidat der SPD

Leo Postel /Neu-Isenburger Neue Presse

Er geht für die SPD ins Rennen

Tuna Firat vom SPD-Ortsverein Dietzenbach wird für seine Partei im Wahlkreis 185 (Stadt und Westkreis Offenbach) als Direktkandidat in den Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr gehen. Das ist das Ergebnis der Wahlkreisdelegiertenversammlung, die Tuna Firat im zweiten Wahlgang mit 55 Stimmen den Vorzug vor der aus Neu-Isenburg stammenden Kandidatin Serpil Sarikaya gab, die 47 Stimmen erhielt.

Schon im ersten Wahlgang hatte Firat mit 52 Stimmen in Front gelegen, da war aber noch Zacharias Leis aus Offenbach im Rennen, der 14 Stimmen auf sich vereinigen konnte und dann nicht mehr antrat. „Ich kandidiere nicht mehr weiter, gebt Tuna Firat meine Stimmen“, forderte Leis, doch viele entschieden sich dann doch für Sarikaya, die im ersten Wahlgang noch 39 Stimmen erhalten hatte.

Kampf gegen Extremismus

Vor der Wahl hatten sich die drei Kandidaten den anwesenden 106 Delegierten vorgestellt. Tuna Firat zielte in seiner programmatisch geprägten Rede auf den Kampf gegen Extremisten und Populisten ab. „Die Menschen sind verunsichert und folgen solchen Rattenfängern“, so Firat. Er schilderte aus seiner eigenen Familie, wie sich mit harter Arbeit in Deutschland noch etwas erreichen lassen habe. Seine Eltern kamen aus der Türkei, der Vater arbeitete 40 Jahre im Schichtdienst, die Mutter am Fließband. „Da gab es noch verlässliche Faktoren, die es heute so nicht mehr gibt, es herrscht eine großen Unsicherheit vor“, meinte Firat. Gerade jene Unsicherheit sei der Nährboden für Populisten – und diesen wolle er sich entgegenstellen. Nach seiner Ansicht ist es die Globalisierung, aber auch der Rückzug des Staates, die für eine große Unsicherheit in breiten Teilen der Bevölkerung verantwortlich seien. Die Einkommensarmut sei ein wichtiges Thema seiner politischen Arbeit. Firat bezeichnete die Union als Türöffner für Populisten. „Wenn Seehofer, Müller oder Oettinger ungeschoren sagen dürfen, was sie gesagt haben, dann braucht man sich nicht zu wundern“, schoss er ein Pfeil in Richtung CDU/CSU ab.

Zacharias Leis machte es recht kurz. „Ihr sucht einen Kandidaten, ich bin der richtige“, eröffnete der freigestellte Betriebsratsvorsitzende bei den Offenbacher Verkehrsbetrieben seine Vorstellung. Er wolle sich vor allem für die Behinderten und sozial Schwachen einsetzen, barrierefreien Zugang zu allen öffentlichen Einrichtungen ermöglichen und bezahlbaren Wohnraum schaffen. „Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens und der Rücksichtnahme“, forderte Leis. Anstatt Geld für Kriege auszugeben, solle es besser in Bildung investiert werden. „Wer unsere Welt besser machen will, der macht sein Kreuz hinter meinem Namen“, warb der Offenbacher Genosse um Stimmen

Für eine bessere Zukunft

Für Serpil Sarikaya ist die Bundestagswahl 2017 eine besonders wichtige. Auch sie sagte den Populisten den Kampf an und betonte: „Nur die SPD ist in der Lage, die Menschen in eine bessere Zukunft zu führen. Wir sollten die Protestwähler nicht einfach abschreiben, sondern auf sie zugehen und ihre Ängste verstehen.“ Für Deutschland und Europa forderte sie einen besseren Zusammenhalt. Die Isenburgerin verwies auf verschiedene bestimmte Erfolge der Regierungskoalition, die jedoch nur auf Drängen der Sozialdemokraten zustande gekommen seien. Sie wolle sich für klare Regeln in der künftigen digitalen Arbeitswelt einsetzen, um einer „modernen Sklaverei“ entgegenzuwirken. „Gebt mir Eure Stimme, dann werde ich Eure Stimme in Berlin sein“, versprach Sarikaya.

Im Anschluss traten Sprecher verschiedener SPD-Ortsvereine ans Pult, um die Vorzüge ihres Kandidaten noch einmal herauszustellen. Jürgen Heyer (Dietzenbach), Daniel Görich (Egelsbach) und Joachim Knapp (Langen) plädierten für Tuna Firat. Markus Munari (Neu-Isenburg) sowie Doris Globig (Kreisvorsitzende Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) warben für Serpil Sarikaya und Christian Grünwald (Offenbach) für Zacharias Leis.

Nach dem für viele Genossen doch überraschenden Wahlausgang lautete der Tenor: „Wir werden alle gemeinsam den gewählten Kandidaten unterstützen, um diesen erfolgreich gegen den CDU-Bewerber Björn Simon auf den Weg nach Berlin zu bringen.“